Geschichte

aus dem Tiroler Erbhofbuch Erster Band: Nord- und Osttirol

 „SCHWOICHER" Wörgl, Mühlstatt Nr. 4 Kat.-Nr. 127 Ezl. 49/1

 

  • erbhof wappenDerzeitiger Eigentümer: Elisabeth Resch
  • Verleihung der Erbhofwürde: 1983
  • In Familienbesitz seit: 22. Mai 1783
  • Besitzübergänge: 1804,1806,1810,1853, 1884, 1940, 1973, 2008
  • Einstige Grundherrschaft: Hofmark Mariastein
  • Baujahr des Wohnhauses: 1824, Seehöhe 515m 

 

1. Generation

Am 22. Mai 1783 verkaufte Frau Maria Köhler geb. Guggenbichler den Eheleuten Andrä Lettenbichler und Maria geb. Obermoser das Viertelgut Mühlstätten, bei dem Schwoicher genannt, um 3.500 Gulden. Neben dem relativ hohen Grundzins von über 4 fl mußte an die Grundherrschaft auch Wasserzins entrichtet werden, was auf alte Mühlrechte deutet. Zum Haus Nr. 104 gehörten auch Holzrechte im Kropftal, aus dem Pfaffenberggut stammend.

 

1804 starb Hälfteeigentümerin Maria Lettenbichler ohne Testament und hinterließ sechs minderjährige Kinder namens Margaretha, Johann (1786-1853), Notburga, Andreas, Anton und den erst siebenjährigen Alois. Auf zwei Jahre sollte die Hauswirtschaft vom Witwer Andrä gemeinsam mit seinen Kindern geführt werden. Schon am 21. August 1806 wurden die Kinder Vollwaisen und sie erbten gemeinschaftlich ein Reinvermögen von 3.340 fl, da kein einzelner Besitzer bestimmt wurde. Auf unbestimmte Zeit führten sie gemeinsam die Hauswirtschaft.

 

altbauern famfamilie lettenbichlerverleihung erbhof

 

 

 

2. Generation

Als Johann im Jahre 1810 volljährig wurde, übernahm er den Hof, der gänzlich aus Holz erbaut war. Dazu gehörten Stube, Küche, Keller, sechs Kammern, ein Gartl, der Obstanger mit zwei Backöfen und dem Waschhäusl, der Gruben-Obstanger, die Schwoicherbreiten, das Grielandl, ein Wiesfeld, die Haidachbreitn, das Laternland, der Zaunacker, das Wegackerl, der große Acker im Brucker Feld,

 

der Eigentumswald am Pfaffenberg usw. Den Geschwistern wurden je 300 fl Entrichtgeld zugesprochen, sowie das übliche Ausgedinge, das Heimatfluchtrecht und die Verpflegung bis zum 19. Lebensjahr. Johann war mit Anna Niederstrasser verheiratet und hatte fünf Kinder namens Anton, Maria, Peter, Georg und Anna.

 

3. Generation

1853 starb Johann und hinterließ seinem ältesten Sohn Anton einen hoch verschuldeten Hof. Anton musste daher den Weichenden nichts bezahlen und hatte nur die Sorgepflicht für die Mutter. Seine Frau Maria geb. Gruber gebar ihm drei Kinder, Anton, Barbara und Maria.

 

4. Generation und 5. Generation

1884 übernahm Anton (II.) das sanierte Schwoichergut, da sein Vater an einer schweren Krankheit litt. Gegen einen Übernahmepreis von 3.400 fl wurde er Bauer beim Schwoicher, mußte aber seinen Schwestern je 1.000 fl entrichten. Für den Eisenbahnbau hatte der Hof einige Grundflächen abtreten müssen. Da die Eltern beide wohlhabend waren, verzichteten sie auf die Sorgepflicht des Übernehmers. Nach 56-jähriger Bauernschaft übergab Anton (II.) Lettenbichler an seinen Sohn Anton (III. geb. 1908).

 

6. Generation und 7. Generation

Im Jahre 1973 übernahm in sechster Generation Andreas Lettenbichler (geb. 1947) den Hof, der diesen 2008 an seine Tochter Elisabeth Resch (geb. 1976) übergab.